Martin Luther beantwortete live Fragen am Reformationstag

Martin Luther beantwortete live Fragen am Reformationstag

Luther spricht von der Kanzel

Am 31. Oktober 2023 hatte der YouTube-Kanal EKiRInternet die Premiere eines dreidimensionalen Luther-Avatars, der von KI gesteuert wird und fotorealistisch aussieht. Der Avatar wurde mit einem Gemälde von Martin Luther als visueller Grundlage erstellt und beantwortete gestellte Fragen so, als ob Martin Luther heute sprechen würde.¹ Mithilfe moderner KI-Algorithmen wurde ein Gemälde des Reformators in eine fotorealistische Darstellung umgewandelt. Das Ergebnis ist ein Avatar, der sich wie ein echter Mensch verhält und im Raum interagieren kann.

Diese Interaktionen fanden auf der Plattform XRHuman im Metaverse statt und wurden live auf YouTube übertragen¹. Mithilfe der ChatGPT-Technologie konnte der Luther-Avatar Fragen des Publikums in Echtzeit beantworten. Die KI wurde so programmiert, dass sie Antworten ähnlich Martin Luthers gibt¹.

Ralf Peter Reimann (Internetbeauftragter der evangelischen Kirche im Rheinland) und ich haben das Kooperationsprojekt mit der Metaverse-Plattform XRhuman initiiert und umgesetzt.

Wir sehen ein großes Potenzial darin, historische Persönlichkeiten durch den Einsatz von KI einer breiten Zielgruppe zugänglich zu machen und neue Impulse, auch für die Kirche zu setzen.

An dem Live-Chat nahmen bis zu 150 Personen teil und es wurden über 100 Fragen beantwortet.

Quellen:
(1) Stell Martin Luther am Reformationstag deine Fragen – presse.ekir.de.
https://presse.ekir.de/presse/D89F4DDA59924D37B70A56665710E09C/stell-martin-luther-am-reformationstag-deine-fragen.
(2) Live Video vom Event mit Luther auf YouTube.
https://www.youtube.com/live/uBwCHNYvgRY?si=fO_aXVeSNdpPzC4R

Traumatherapie mit KI-Unterstützung: Chancen und Herausforderungen

Traumatische Erlebnisse können zu schwerwiegenden psychischen Folgen führen, wie z.B. einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Die Behandlung von Traumafolgestörungen erfordert eine individuelle und professionelle Begleitung durch Psychotherapeut:innen. Doch wie kann künstliche Intelligenz (KI) die Traumatherapie unterstützen oder ergänzen? Welche Vorteile und Risiken sind damit verbunden?

KI in der Diagnostik und Prävention von Traumafolgestörungen

KI könnte auch dazu beitragen, traumatisierte Personen frühzeitig zu identifizieren und präventive Maßnahmen anzubieten. Zum Beispiel könnten KI-gestützte Apps oder Chatbots den Betroffenen Informationen, Tipps oder Übungen zur Verfügung stellen, um mit den traumatischen Symptomen umzugehen. Solche digitalen Interventionen könnten eine niedrigschwellige und anonyme Zugangsmöglichkeit zu psychologischer Hilfe darstellen.

KI in der Therapie von Traumafolgestörungen

Ein mögliches Anwendungsfeld künstlicher Intelligenz liegt darin, die Diagnostik psychischer Erkrankungen zu unterstützen. So könnten KI-basierte Modelle basierend auf verschiedenen Parametern Hinweise darauf geben, in welche Richtung eine vertiefende Diagnostik sinnvoll sein könnte und so die Diagnosestellung erleichtern. Dies könnte z.B. durch die Analyse von Sprachmustern, Mimik, Gestik oder physiologischen Daten geschehen.

KI könnte auch in der Therapie von Traumafolgestörungen eingesetzt werden, z.B. als Ergänzung oder Alternative zu einer konventionellen Psychotherapie. Dabei könnten verschiedene Methoden zum Einsatz kommen, wie z.B.:

• Virtuelle Realität (VR): VR ermöglicht es, traumatische Situationen in einer kontrollierten und sicheren Umgebung nachzustellen und so eine Expositionstherapie durchzuführen. Dabei könnte die VR-Umgebung durch KI an die individuellen Bedürfnisse und Reaktionen der Patient:innen angepasst werden.

• Avatar-Therapie: Avatar-Therapie ist eine Form der Gesprächspsychotherapie, bei der die Patient:innen mit einem virtuellen Gegenüber interagieren, das durch KI gesteuert wird. Dies könnte z.B. eine traumatische Person darstellen, mit der die Patient:innen einen Dialog führen können, um das Erlebte zu verarbeiten.

• KI-basierte Software: KI-basierte Software könnte die Therapie von Traumafolgestörungen unterstützen, indem sie z.B. personalisierte Feedbacks, Empfehlungen oder Erinnerungen anbietet. Außerdem könnte sie die Dokumentation und Evaluation der Therapie erleichtern.

Ethische Fragen und Herausforderungen

Der Einsatz von KI in der Traumatherapie wirft jedoch auch ethische Fragen und Herausforderungen auf, die es zu beachten gilt. Einige davon sind:

• Datenschutz und Sicherheit: Die Verarbeitung von sensiblen Daten über traumatische Erlebnisse erfordert einen hohen Schutz vor Missbrauch oder unbefugtem Zugriff. Dabei müssen sowohl technische als auch rechtliche Maßnahmen getroffen werden, um die Privatsphäre und Autonomie der Patient:innen zu wahren.

• Qualität und Wirksamkeit: Die Qualität und Wirksamkeit von KI-basierten Interventionen muss wissenschaftlich geprüft und evaluiert werden, bevor sie in der Praxis angewendet werden können. Dabei müssen auch mögliche Nebenwirkungen oder Schäden berücksichtigt werden, die durch eine fehlerhafte oder unangemessene KI entstehen könnten.

• Vertrauen und Beziehung: Die Beziehung zwischen Patient:innen und Therapeut:innen ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg einer Traumatherapie. Dabei spielen Vertrauen, Empathie und Respekt eine wichtige Rolle. Wie kann eine solche Beziehung mit einer KI aufgebaut und erhalten werden? Wie kann eine KI die menschliche Interaktion ergänzen oder ersetzen, ohne sie zu ersetzen oder zu gefährden?

Fazit

KI bietet viele Möglichkeiten, die Traumatherapie zu verbessern oder zu erweitern. Dabei müssen jedoch auch die ethischen Aspekte und Herausforderungen beachtet werden, die mit dem Einsatz von KI in diesem sensiblen Bereich einhergehen. Es bedarf daher einer interdisziplinären Zusammenarbeit und eines kritischen Diskurses, um die Chancen und Risiken von KI in der Traumatherapie auszuloten und verantwortungsvoll zu gestalten.

Quanten Netzwerke schaffen mehr Immersion

Die Quantenphysik wird der Schlüssel zu einem wirklich immersiven Metaverse

Dies ist eine steile These die zur Zeit von vielen geäußert wird, aber vielleicht eine ganz andere Relevanz hat als angenommen.

Das vordergründige Argument in diesem Zusammenhang ist, dass Quantum-Computing aufgrund seiner bloßen Rechenleistung einen gigantischen Schub in Richtung Realitätsnähe und damit der Immersion bringen wird.

Ich persönlich (und einige Studien belegen das) bin aber der Meinung, dass ab einem bestimmten Punkt mehr Realitätsnähe nicht unbedingt mehr Immersion bringt.

Gerade bei kollaborativen Anwendungen spielt ein weiterer Faktor eine viel wichtigere Rolle:

👉 Es ist die Latenz

In meinem gestrigen Post habe ich erwähnt, dass Immersion im wesentlichen in dem intuitiven Teil unseres Gehirns stattfindet. Dieser arbeitet nahezu in Echtzeit. Unser Bewusssein braucht dagegen bis zu 300 Millisekunden, bis es eine Bewegung oder sonstige Interaktion auslösen kann.

Wenn wir uns das ganze jetzt in einer klassischen Kollaborationsanwendung vorstellen, egal ob im Metaverse oder in 2D, kommen zu diesen 300 Millisekunden noch Netzwerklatenzen von 0,5 bis mehreren Sekunden dazu.

👉 Genau diese Problematik läßt sich durch Quantennetzwerke lösen:

Hierbei werden die Zustände von Photonen „verschränkt“. Diese Kopplung bleibt interessanterweise auch über größere Distanzen bestehen. Ändert sich der Zustand des einen Photons, ändert sich der Zustand des anderen parallel. Dies geschieht in Echtzeit. Man spricht auch von Quantenteleportation.

Solch ein Netztwerk wurde beispielsweise schon zwischen Shanghai und Bejing über eine Entfernung von mehr als 4000km verprobt.

Wenn solche Netzwerke zum Beispiel global aufgebaut würden, könnten Avatare in München wirklich in Echtzeit mit Avataren in Sidney und Los Angeles kommunizieren und wären ganz nah dran an 100% Immersion.

Wie das Metaverse unsere Arbeitswelt verändern wird

Wie das Metaverse unsere Arbeitswelt verändern wird

Es geht beim Metaverse nicht darum sich eine VR-Brille aufzusetzen. Es wird sehr viele Bereiche unseres täglichen Lebens berühren und neue Freiräume schaffen.

Sich eine Datenbrille aufsetzen und dann ganz selbstverständlich mit einem Avatar in einem dreidimensionalen Internet zwischen unzähligen Welten so bewegen, wie man heute zwischen Webseiten hin- und herwechselt, erscheint sicherlich vielen Menschen derzeit abwegig oder schwer vorstellbar. Aber Experten sind überzeugt, dass das in zehn Jahren Teil unseres Alltags ist. Ein großer Teil unseres Lebens, privat und beruflich, wird sich dann im Metaverse abspielen. Es zeichnet sich ohne Zweifel ein technologischer Gamechanger der Zukunft ab.

Eine von vielen Fragen ist zum Beispiel was Kunden im Metaverse kaufen würden? Was sind ihre Motive? Unterscheiden sich die Bedürfnisse von denen in der realen Welt?

Die folgenden 5 Punkte spiegeln aus meiner Sicht wieder, in welchen Bereichen das Metaverse in der nächsten Zeit unser Leben am meisten verändern wird:

  1. Das Metaverse ist eine virtuelle Realität, die viele Möglichkeiten für die Zukunft der Arbeit bietet. Wir können in einer dreidimensionalen Welt leben, arbeiten und spielen. Wir können unsere Avatare anpassen, interaktive Präsentationen erstellen, virtuelle Räume gestalten und gemeinsam an Projekten arbeiten.
  2. Das Metaverse erfordert neue Kompetenzen und Qualifikationen. Wir müssen lernen, wie wir uns in der virtuellen Welt zurechtfinden, wie wir mit anderen kommunizieren und zusammenarbeiten, wie wir kreativ und innovativ sein können . Wir müssen auch ethische und rechtliche Fragen berücksichtigen, die sich aus dem Metaverse ergeben.
  3. Das Metaverse ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit und des Lernens. Wir können uns mit Kolleg:innen, Kund:innen und Partnern aus der ganzen Welt in einer immersiven Umgebung treffen. Wir können von Expert:innen lernen, die ihr Wissen in virtuellen Kursen teilen. Wir können auch praktische Fähigkeiten erwerben, indem wir Simulationen und Szenarien durchspielen, die uns auf reale Situationen vorbereiten.
  4. Das Metaverse schafft neue Geschäftsmodelle und Märkte. Wir können digitale Produkte und Dienstleistungen anbieten, die die reale Welt nicht bietet. Wir können auch digitale Vermögenswerte schaffen und handeln, die auf Blockchain-Technologien basieren . Wir können auch neue Kund:innengruppen erreichen, die im Metaverse aktiv sind.
  5. Das Metaverse verändert unsere Arbeitskultur und unser Wohlbefinden. Wir können flexibler und autonomer arbeiten, indem wir unsere Arbeitszeiten und -orte selbst bestimmen. Wir können auch mehr Spaß und Abwechslung haben, indem wir unsere Arbeit mit Spiel- und Freizeitelementen verbinden . Wir müssen aber auch auf unsere psychische und physische Gesundheit achten, indem wir eine Balance zwischen der virtuellen und der realen Welt finden .

Das Metaverse ist also mehr als nur ein Spiel oder eine Flucht aus der Realität. Es ist eine Plattform für Innovation, Kreativität und Zusammenarbeit. Es wird unsere Arbeitswelt in den kommenden Jahren verändern und uns neue Möglichkeiten eröffnen. Sind Sie bereit für das Metaverse?

Metaworking vermindert Treibhausgase

Metaworking vermindert Treibhausgase

Das Metaverse kann einen wichtigen Beitrag zur Verminderung der globalen Erwärmung leisten.

Dies bestätigt eine Studie der Cornell University.

👉 Allein in den USA könnten durch den gezielten Einsatz von Metaverse-Technologien bis 2050 mehr als 10 Gigatonnen Treibhausgase weniger ausgestossen werden

So sehr wir uns auch freuen, dass nach der Pandemie persönliche Meetings, Events und Dienstreisen wieder möglich sind, sollten wir auch gelernt haben, dass vieles verzichtbar ist und das Metaverse gute Alternativen bereithält. Ein guter Mix aus beiden Welten hilft hier schon weiter.

Kollaboration im Metaverse als hybrider Ansatz ist hier nur ein Beispiel. Solche Meetings sind spontaner als physikalische Meetings und schaffen dennoch eine “virtuelle” Nähe.

Spatial Partitioning ist nicht die Lösung für die Skalierung des Metaverse

Spatial Partitioning ist nicht die Lösung für die Skalierung des Metaverse

Aktuelle Metaverse-Plattformen sind sehr limitiert bezogen auf die Anzahl der Nutzer die gleichzeitig in einem Space interagieren können (concurrent user)

Je nach Plattform sind es lediglich 40-100 Avatare!

Ein technologischer Ansatz, diese Limitierung zu durchbrechen, sollte das sogenannte Spatial Partitioning sein.
Schlicht gesagt, wird hier die dreidimensionale Welt in 2D Kacheln zerlegt, die dann über synchronisierte Cloud-Server je User ausgespielt und dann wieder zu einer 3D Welt zusammengesetzt werden. Theroretisch kann eine solche Plattform unbegrenzt skaliert werden.

Mittlerweile zeigt sich jedoch, dass genau in der Synchronisation der Server das Problem liegt (siehe den aktuellen Artikel in MetaGravity)

Aber genau diese Skalierbarkeit ist notwendig, um künftig wirklich von einem Metaverse reden zu können und nicht nur von 100*X geclonten Avatar-Inseln. Dies gilt nicht nur für Spiele im Metaverse. Auch für Veranstaltungen wie Messen und Events ist eine unlimitierte Anzahl der Concurrent-User unbedingt erforderlich.

Bleibt abzuwarten, welche technologischen Entwicklungen es hier in der nächsten Zeit geben wird, und wer die Treiber sein werden.

New Work Im Metaverse

New Work Im Metaverse

Ab dem 8. Juni im Handel

Der Erscheinungstermin steht fest!

Anhand konkreter Use-Cases wird die Relevanz des Metaverse als technologischer Treiber für New Work dargestellt. Es ist als Inspiration gedacht, schon heute erste praktische Schritte im Metaverse zu unternehmen. Die Technik ist da. Was jetzt notwendig ist, sind kreative Ideen und der Mut etwas neues zu beginnen.


Das Buch ist ab Donnerstag bei allen großen Buchhändlern bestellbar.
Es wird als Softcover und eBook erhältlich sein:

ISBN Softcover:           978-3-347-81797-5

ISBN e-Book:               978-3-347-81806-4

Weitere Informationen und multimediale Hintergrundinformationen gibt es hier unter:

Https://newworkmeta.drostenet.de

Studie von PWC sieht Cloud-Gaming im Aufwind

Cloud-Gaming nimmt Fahrt auf, behauptet zumindest PWC in einer aktuellen Studie.


Da die Zukunft des Metaverse in der Cloud liegt, und die technischen Rahmenbedingungen fast identisch zu denen des Gaming sind, halte ich diese Aussage für sehr spannend.
Gerade das Thema Latenz ist bei beiden mission-critical.
Leider kommt PWC zu einer falschen Conclusio:
Hier wird die Bandbreite im Netz als limitierender Faktor dargestellt.

❗️Latenz hat nichts mit Bandbreite zu tun❗️

Entscheidend ist die Netzarchitektur. Was es braucht ist eine leistungsfähige Edge-Infrastruktur in den Netzen.

Ein Beispiel: Das Rendering von aufwändigen Spaces darf nicht in einem 6000 kilometer entfernten Cloud-Datacenter erfolgen, sondern muss in physikalischer Nähe des Users stattfinden.

Eine solche Infrastruktur ist künftig ein wesentlicher Standortvorteil im Metaverse.

Auch Sekundärmärkte profitieren von AI und Metaverse

Auch Sekundärmärkte profitieren von AI und Metaverse

Nach der Ankündigung von Elon Musk bei seinem KI-Startup auf Prozessoren von Nvidia zu setzen, befindet sich die Aktie des Grafik-Prozessor Herstellers aus Santa Clara, USA im Höhenflug.

Die Nvidia Aktie erreicht am 18.4.23 die höchste Schlussnotierung der vergangenen 12 Monate. Ähnlich wie bei Nvidia sind auch die Zuwächse bei etlichen kleineren und größeren Zulieferern in der Branche. Dies zeigt, dass wir es bei KI und Metaverse mit einem Multi-Milliarden Markt, auch jenseits der allgemein sichtbaren Unternehen wie OpenAI, Microsoft, Meta etc. zu tun haben.

Insbesondere Cloud und Kommunikationstechnik spielen eine extrem große Rolle. Wer hier nicht frühzeitig die richtigen Partner an Bord hat, und rechtzeitig skalieren kann, wir nicht die neu entstehenden Märkte bedienen können.
KI-Hype und Metaverse hängen dabei sehr eng zusammen. Durch KI wird das Metaverse die Dynamik gewinnen, die zu einer Skalierung und zu einer dynamischen Anpassung auf neue Geschäftsmodelle notwendig ist.

Es geht dabei nicht um die KI-basierte Animation eines Avatars im Metaverse, der dann als ein 3D Chatbot Schulungen durchführt. Nein, es geht um nicht weniger als die organische Weiterentwicklung des Metaverse an sich. Das klassische Geschäft zur Entwicklung von virtuellen Spaces wird sich komplett wandeln. Es geht vielmehr um dynamische Plattformen, die KI-basiert auf Knopfdruck in wenigen Sekunden anforderungsspezifische virtuelle Welten entstehen lassen, die sich jederzeit genauso schnell wieder verändern und anpassen lassen.

Empathie im Metaverse in Zeiten von ChatGPT

Über das Thema Emphathie im Metaverse wurde in der vergangenen Zeit schon eine Menge geschrieben. Primär ging es dabei um die Fragestellung, ob Empathie im Metaverse erlebt bzw. Empfunden werden kann. Ich bin der festen Überzeugung, dass dies möglich ist und bei der Arbeit im Metaverse auch bewusst oder unbewusst passiert.

Eine neue Qualität bekommt diese Fragestellung allerdings mit den zunehmenden Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz (KI). Kann eine KI empathisch sein, und welche Auswirkungen hat dies auf die virtuellen Begegnungen im Metaverse. Konkret geht es dabei um die Fragestellung, ob in einer Situation, in der ein Avatar eine natürliche Person ist und das gegenüber ein Avatar, der durch eine KI gesteuert wird. Man kann sich diesem Thema auf zwei Ebenen nähern. Die Eine ist eine rein neurologische Betrachtung. Die andere Herangehensweise ist eher eine Ethische. Diese Fragestellung wurde bereits von John Wheeler (1) in seiner Betrachung aufgeworfen. Voraussetzung für das Vorhandensein von Empathie ist eben nicht nur der biochemische Prozess, sondern hängt sehr stark auch von unserem „Ich“ Verständnis als Mensch ab.

Es stellt sich nun die Frage, ob durch die Nutzung von KI-gesteuerten Avataren im Metaverse eine komplett neu Situation entsteht? Grundsätzlich muß man sagen, dass sich vordergründig erst einmal nichts an der Grundaussage ändert. Jedoch kommen beim Metaverse und der Verwendung fotorealistischer Avatare weitere Komponenten hinzu. Durch die Immersion, das heißt das mentale „Eintauchen“ in die virtuelle Welt, und das möglicherweise objektiv natürliche Verhalten eines KI-gesteuerten Avatars kann so etwas wie eine „Scheinempathie“ vermittelt werden. Zu diesem Ergebnis kommt auch Andrew McStay (2) in seinem im Oktober 22 veröffentlichten Artikel („It from Bit“) über die moralische Problematik eines KI gesteuerten Avatars. Sein Fazit ist, das die KI zwar in der Lage ist, große Teile von Empathie zu vermitteln, aber in wesentlichen Teilen unvollständig ist. Es fehlen Aspekte wie Verantwortung, Solidarität, Gemeinschaft etc.

Diese Aspekte gilt es meines Erachtens zu berücksichtigen, wenn wir über ChatGPT und ähnliche Systeme und deren Einsatz im Metaverse nachdenken. Grundsätzlich bietet diese Entwicklung riesige Chancen, und das Potenzial Freiräume zu schaffen für die Bereiche, wo direkte Mensch zu Mensch Interaktion notwendig ist. Aber in der ethischen Bewertung der Entwicklung stehen wir gerade erst am Anfang, und wir sollten diese Diskussion mindestens ebenso forciert führen, wie wir uns Gedanken über neue Geschäftsmodelle mit KI machen.

(1) Wheeler, J.: Information, Physics, Quantum: The Search for Links. Proceedings of the 3rd international symposium on the founda- tions of quantum mechanics, Tokyo. https://philpapers.org/archi ve/WHEIPQ.pdf. Accessed 3 Oct 2022, (1989)
(2) McStay, A. Replika in the Metaverse: the moral problem with empathy in ‘It from Bit’. AI Ethics (2022). https://doi.org/10.1007/s43681-022-00252-7